Hausmittel · Zyklus & Frauenthemen
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Einen Teelöffel frisch geriebenen Ingwer mit einer Tasse kochendem Wasser übergiessen und zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Drei bis vier Tassen am Tag, beginnend am Tag vor der Blutung oder am ersten Tag. Als Pulver entsprechen die untersuchten Mengen 750 bis 2000 mg am Tag, auf drei Gaben verteilt. Die Wärmflasche gehört dazu — sie steht auf einer eigenen Karte.
Der Schmerz entsteht, weil die Gebärmutter sich zusammenzieht und dabei ihre eigene Durchblutung drosselt. Gesteuert wird das von Prostaglandinen — denselben Botenstoffen, an denen die gängigen Schmerzmittel ansetzen. Ingwer greift an derselben Stelle an: Gingerol und Shogaol hemmen die Enzyme, die Prostaglandine bilden. Übersichtsarbeiten mehrerer kleiner Studien finden für 750 bis 2000 mg Ingwerpulver in den ersten Tagen eine Linderung, die deutlich über dem Scheinmittel liegt. Der Wirkweg ist damit nicht nur plausibel, sondern derselbe wie beim Medikament — nur schwächer.
Ingwer kann bei Magenempfindlichkeit brennen; dann mit dem Essen nehmen oder weniger. In grösseren Mengen hemmt er die Blutgerinnung, was bei blutverdünnenden Mitteln und vor Operationen erwähnt gehört. Die Wirkung setzt nicht sofort ein — wer erst beim ersten Krampf beginnt, kommt zu spät; der Tag davor ist der bessere Zeitpunkt.
Wenn der Schmerz plötzlich anders ist als sonst, wenn er ausserhalb der Blutung auftritt, bei Fieber, bei sehr starker Blutung, wenn Schmerzmittel und Wärme nicht mehr reichen und wenn Regelschmerzen erst nach Jahren beschwerdefreier Zyklen anfangen — das letzte ist ein eigenes Zeichen und keine Kleinigkeit.
Ärztlich abklären: Blutung ausserhalb des Zyklus oder nach den Wechseljahren, starke einseitige Unterbauchschmerzen, Fieber mit Ausfluss, jeder neue Knoten in der Brust. In der Schwangerschaft gilt fast alles als Grund für einen Anruf. Bei Brustentzündung mit Fieber nicht länger als einen Tag zuwarten.