Hausmittel · Magen, Darm & Übelkeit

🍵 Völlegefühl und Magenkrämpfe: Fenchel, Anis, Kümmel

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Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.

Was man tut

Je einen Teelöffel Fenchel-, Anis- und Kümmelsamen im Mörser anstossen, mit einer Tasse kochendem Wasser übergiessen und zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zwei bis drei Tassen am Tag, warm und in kleinen Schlucken. Bei Krämpfen zusätzlich eine Wärmflasche auf den Bauch.

Warum es plausibel ist

Alle drei Samen tragen ätherische Öle, und die sind der Grund für die Wirkung: Anethol in Fenchel und Anis, Carvon im Kümmel, dazu Fenchon. Sie entspannen die glatte Muskulatur der Darmwand — dieselbe Muskulatur, deren Krampf den Schmerz macht — und setzen die Oberflächenspannung der Gasbläschen herab, sodass sie zusammenfliessen und abgehen können, statt als Schaum festzusitzen. Deshalb heissen sie Karminativa. Das Anstossen im Mörser ist kein Brauch: Ganze Samen geben ihr Öl kaum ab, weil es in den Ölzellen eingeschlossen bleibt.

Was es nicht kann

Wirkt gegen das Gefühl und gegen den Krampf, nicht gegen die Ursache. Wer regelmässig aufgebläht ist, findet die Ursache meist im Essen — Zwiebeln, Hülsenfrüchte, Süssstoffe, kohlensäurehaltige Getränke — oder in einer Unverträglichkeit. Anis- und Fenchelöl in konzentrierter Form sind etwas anderes als der Tee; für Säuglinge sind reine Ätherischöl-Zubereitungen nicht gedacht.

Wann man es besser lässt

Bei Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, nächtlichem Schmerz, der weckt, bei Erbrechen, das nicht aufhört, bei einem harten, druckempfindlichen Bauch mit Fieber und wenn sich der Rhythmus der Verdauung über Wochen ändert.

Wann es nicht mehr Hausmittel ist

Wann es nicht mehr Hausmittel ist

Nicht selbst behandeln: starke, zunehmende oder plötzlich einsetzende Bauchschmerzen, harte Bauchdecke, Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl, Erbrechen von Blut. Bei Durchfall zählt der Flüssigkeitsverlust — trockene Zunge, wenig Urin, Benommenheit. Bei Kindern und alten Menschen geht das schneller.