Hausmittel · Rücken, Muskeln & Gelenke
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Etwa zehn bis fünfzehn Sauerkirschen am Tag, oder ein bis zwei Esslöffel Sauerkirschkonzentrat in Wasser, über Wochen. In den Untersuchungen lief es über zwei Tage bis vier Monate — es ist nichts, was man bei einem Anfall nimmt, sondern etwas, das man dazwischen weiterführt.
Die Stoffe sind Anthocyane, die roten Farbstoffe der Kirsche. Sie hemmen im Labor Enzyme, die an der Entzündung beteiligt sind, und die Kirsche senkt in Untersuchungen die Harnsäure im Blut leicht, indem mehr davon über die Niere ausgeschieden wird. In einer Beobachtung an über sechshundert Menschen mit Gicht traten in den Tagen nach dem Kirschenessen weniger Anfälle auf — deutlich weniger, wenn zugleich ein harnsäuresenkendes Mittel genommen wurde. Beobachtung heisst: gezählt, nicht verglichen.
Es ist keine Behandlung eines Anfalls und ersetzt kein harnsäuresenkendes Mittel — in der Beobachtung war die Kombination am besten, nicht die Kirsche allein. Die Beobachtungsart lässt keine Ursache-Wirkung-Aussage zu; gute Vergleichsstudien fehlen. Sauerkirschkonzentrat bringt viel Zucker mit, was bei Gicht ungünstig ist — die Menge im Auge behalten. Und der grösste Hebel bleibt ein anderer: Fructose, Bier und Alkohol allgemein treiben die Harnsäure stärker, als Kirschen sie senken.
Ein einzelnes Gelenk, das über Stunden heiss, hochrot und kaum berührbar wird, dazu Fieber — das kann eine Gichtattacke sein oder ein infiziertes Gelenk, und die zwei sehen sich ähnlich. Das gehört am selben Tag angesehen.
Abklären statt selbst behandeln: Rückenschmerz mit Taubheit im Schritt, gestörter Blasen- oder Darmfunktion, Lähmung oder Fieber. Ein Gelenk, das nach einer Verletzung nicht belastbar oder verformt ist. Ein einseitig geschwollenes, warmes Bein.