Hausmittel · Schlaf, Nerven & Kopf
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Aufrecht auf dem Bett sitzen, den Kopf 45 Grad zur betroffenen Seite drehen, sich zügig auf den Rücken legen mit leicht überhängendem Kopf, 30 Sekunden warten; dann den Kopf 90 Grad zur anderen Seite drehen, wieder 30 Sekunden; dann Körper und Kopf weiter in dieselbe Richtung rollen, bis man zum Boden schaut, wieder 30 Sekunden; langsam aufsetzen. Zwei- bis dreimal wiederholen, an mehreren Tagen.
Beim Lagerungsschwindel haben sich winzige Kristalle in einen Bogengang des Gleichgewichtsorgans verirrt. Das Manöver befördert sie mit der Schwerkraft dorthin zurück, wo sie nicht mehr stören. Es ist eines der wenigen Hausmittel überhaupt, für das die Wirkung in kontrollierten Studien klar belegt ist — oft reichen wenige Sitzungen.
Es hilft nur bei diesem einen Muster: kurze, heftige Drehattacken von Sekunden bis höchstens einer Minute, ausgelöst durch Kopfdrehen, Hinlegen oder Aufrichten. Bei Dauerschwindel über Stunden oder Tage bringt es nichts.
Vor dem ersten Mal die Seite bestimmen lassen — auf der falschen Seite ausgeführt, wird es schlimmer. Nicht bei frischen Nacken- und Halswirbelproblemen, nach Halsoperationen, bei Gefässverengungen am Hals oder Netzhautablösung. Nicht selbst machen bei Schwindel mit Doppelbildern, Sprach- oder Schluckstörung, Taubheit oder Lähmung — das ist ein Notfall.
Sofort abklären: der plötzliche, heftigste Kopfschmerz des Lebens, Kopfschmerz mit Fieber und steifem Nacken, mit Lähmung, Sprach- oder Sehstörung. Ebenso Schwindel mit Doppelbildern oder unsicherem Gang. Schlaflosigkeit über Wochen mit Antriebslosigkeit gehört besprochen, nicht ausgehalten.