Hausmittel · Erkältung, Nase & Fieber
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Zwei Teelöffel getrocknetes Thymiankraut mit einer Tasse kochendem Wasser übergiessen, zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, absieben. Drei bis vier Tassen über den Tag, warm. Dazu inhalieren: eine Handvoll Thymian in einer Schüssel mit heissem, nicht mehr kochendem Wasser, Handtuch über den Kopf, zehn Minuten ruhig durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen. Zwei- bis dreimal am Tag.
Thymian trägt Thymol und Carvacrol, dazu Flavonoide. Zwei Dinge davon sind für den Husten wesentlich: Die Flavonoide entspannen die glatte Muskulatur der Bronchien, und die ätherischen Öle regen die Flimmerhärchen an, die den Schleim nach oben transportieren — sie werden zu einem Teil über die Lunge ausgeatmet und wirken damit dort, wo sie gebraucht werden. Thymol hemmt ausserdem Bakterien und Pilze, was im Reagenzglas gut belegt ist. Die Inhalation bringt zusätzlich feuchte Wärme: Sie macht zähen Schleim dünner, und das ist bei festsitzendem Husten der grössere Teil der Erleichterung.
Nicht mit kochendem Wasser inhalieren — der Dampf über kochendem Wasser verbrüht die Schleimhaut, und die Schüssel kippt leichter, als man denkt. Für kleine Kinder ist das Inhalieren über einer offenen Schüssel nicht gedacht; dort ist Verbrühung die häufigste Verletzung im Haushalt. Ätherische Öle mit Menthol oder Kampfer gehören nicht in die Nähe von Säuglingen und Kleinkindern. Bei Asthma kann Dampf den Husten zunächst verstärken.
Bei Atemnot, bei Schmerz beim Atmen, bei Blut im Auswurf, bei hohem Fieber über drei Tage, bei einem Husten, der nach drei Wochen nicht weggeht, bei einer plötzlichen Verschlechterung nach anfänglicher Besserung und immer bei Vorerkrankungen der Lunge oder des Herzens.
Ärztlich abklären: Fieber über drei Tage ohne Besserung oder erneut ansteigend, Atemnot, Schmerzen beim Atmen, Verwirrtheit. Bei Säuglingen unter drei Monaten gilt jedes Fieber als Grund. Nasenbluten, das nach zwanzig Minuten richtigem Druck nicht steht, ebenfalls.