Hausmittel · Rücken, Muskeln & Gelenke
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Eine haselnussgrosse Menge Beinwellsalbe drei- bis viermal täglich dünn auf die schmerzende Stelle auftragen und einziehen lassen. Über eine bis drei Wochen; wer nach zwei Wochen keinen Unterschied merkt, hört auf. Nicht einmassieren, wenn es frisch geprellt ist — auflegen genügt.
Zwei Stoffe tragen das. Allantoin fördert die Zellteilung in der Haut und im darunterliegenden Gewebe und macht die Hornschicht durchlässiger — dadurch kommt der Rest überhaupt erst hinein. Rosmarinsäure hemmt Entzündungsbotenstoffe. Beinwell ist unter den Pflanzensalben die mit den vergleichsweise besten Untersuchungen: Bei frischer Sprunggelenksverstauchung und bei Kniearthrose wurde er gegen Scheinsalbe und in einer Untersuchung gegen ein entzündungshemmendes Gel geprüft, mit Vorteilen bei Schmerz und Beweglichkeit. Die Studien sind klein und ein Teil vom Hersteller finanziert — das gehört dazu.
Nur auf unverletzte Haut. Der Grund ist ein zweiter Stoff der Pflanze: Pyrrolizidinalkaloide, die auf die Leber gehen. Fertige Salben sind darauf hin ausgewählt oder von diesen Stoffen befreit; selbst angesetzte Auszüge aus der Wurzel sind es nicht. Darum: keine Eigenherstellung, nicht auf offene Wunden, nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern nur nach Rücksprache, und nicht länger als sechs Wochen am Stück.
Ein Gelenk, das nach einer Verletzung nicht belastet werden kann, sichtbar fehlsteht oder rasch stark anschwillt. Ebenso Taubheit, Kribbeln oder eine Wade, die einseitig schmerzt, warm und geschwollen ist.
Abklären statt selbst behandeln: Rückenschmerz mit Taubheit im Schritt, gestörter Blasen- oder Darmfunktion, Lähmung oder Fieber. Ein Gelenk, das nach einer Verletzung nicht belastbar oder verformt ist. Ein einseitig geschwollenes, warmes Bein.