Hausmittel · Mund, Zähne, Augen & Füsse
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Einmal am Tag, am besten morgens vor dem Zähneputzen: den Zungenreiniger möglichst weit hinten aufsetzen und mit leichtem Druck nach vorn ziehen. Abspülen, drei- bis fünfmal wiederholen, bis kaum mehr etwas hängen bleibt. Ein Löffelrücken tut es auch. Danach den Mund ausspülen.
Der Belag ist kein Schmutz, sondern eine Schicht aus abgeschilferten Zellen, Speiseresten und Bakterien, die sich zwischen den Papillen des Zungenrückens festsetzt. Dort, im hinteren Drittel, entsteht der grösste Teil des Mundgeruchs: Bakterien bauen Eiweisse ab und setzen dabei flüchtige Schwefelverbindungen frei — dieselben Stoffe, die man riecht. Der Reiniger wirkt rein mechanisch; er trägt die Schicht ab, in der das geschieht. Genau deshalb bringt Zähneputzen allein weniger, als man erwartet: Der Belag sitzt nicht an den Zähnen.
Leichter Druck genügt. Wer schrubbt, verletzt die Papillen, und die gereizte Zunge belegt sich danach schneller. Zu weit hinten löst den Würgereiz aus — einmal ausprobieren, wo die Grenze liegt, und knapp davor ansetzen. Ein Belag, der trotz täglicher Reinigung dick bleibt, hat oft eine Ursache dahinter: Mundtrockenheit, Rauchen, Mundatmung, Medikamente, die den Speichel vermindern.
Bei einem weissen Belag, der sich nicht abwischen lässt, bei roten oder wunden Stellen, bei einer Stelle, die nach zwei Wochen bleibt, bei Brennen der Zunge ohne sichtbaren Grund, bei einem Belag mit Schluckbeschwerden oder Fieber und bei Mundgeruch, der trotz Zahn- und Zungenpflege bleibt — dann liegt es meist nicht im Mund.
Zum Arzt oder Zahnarzt: Schwellung im Gesicht mit Fieber, Zahnschmerz mit Mühe beim Öffnen des Mundes, ein ausgeschlagener Zahn — das ist ein Notfall mit engem Zeitfenster. Am Auge: plötzliche Sehverschlechterung, starke Schmerzen, Lichtblitze. Wunde Stellen im Mund, die über drei Wochen bleiben.