Hausmittel · Haut, Wunden & Stiche
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Fünfprozentiges Teebaumöl — also ein Teil Öl auf neunzehn Teile Trägeröl oder ein fertiges Gel — mit einem Wattestäbchen punktuell auf die Stelle tupfen, ein- bis zweimal täglich. Nicht grossflächig, nicht unverdünnt. Beurteilt wird nach sechs bis zwölf Wochen, nicht nach drei Tagen.
Der Stoff heisst Terpinen-4-ol und macht je nach Öl dreissig bis fünfundvierzig Prozent aus; er ist der Teil, dem die Wirkung gegen Bakterien zugeschrieben wird. In einer Untersuchung wurde fünfprozentiges Teebaumgel mit fünfprozentigem Benzoylperoxid verglichen: Beide senkten die Zahl der Entzündungen ähnlich stark, das Teebaumgel langsamer, dafür mit weniger Trockenheit und Schuppung. Zwei Dinge stehen daneben: Die Studien sind klein, und Zeit ist der Preis — es dauert Wochen länger.
Unverdünnt reizt es und kann selbst ein Kontaktekzem auslösen — je älter und länger offen die Flasche, desto eher, weil das Öl mit Luft reagiert. Es ist ein Mittel für einzelne Stellen, nicht für eine ganze Akne: Wo viele entzündete Knoten sind oder Narben entstehen, ist der Weg ein anderer. Nicht ins Auge, nicht auf die Schleimhaut, nicht schlucken.
Tiefe, schmerzhafte Knoten, Narben, Akne, die auf den Rücken zieht, oder ein Ausschlag, der plötzlich und ohne Mitesser auftritt — das ist etwas anderes als ein Pickel.
Zum Arzt: Wunden, die klaffen, stark bluten oder tief sind, Bisswunden, Verbrennungen grösser als die eigene Handfläche oder mit Blasen im Gesicht und an Gelenken. Ebenso eine Rötung, die sich rasch ausbreitet, besonders mit Fieber. Und jedes Muttermal, das sich verändert.