Hausmittel · Mund, Zähne, Augen & Füsse
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Einen Teelöffel Salbei- oder Kamillenblüten mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und auf lauwarm abkühlen. Zwei- bis dreimal täglich eine halbe Minute im Mund bewegen und ausspucken, nicht schlucken. Ein bis zwei Wochen, nicht dauerhaft.
Zwei Stoffgruppen, zwei Wirkungen. Salbei bringt Gerbstoffe mit: Sie verbinden sich mit Eiweiss an der Schleimhaut und legen eine dichtere Schicht darüber — das ist der zusammenziehende Effekt, den man sofort spürt, und er nimmt der gereizten Stelle die Nässe. Kamille bringt Bisabolol und Apigenin aus dem ätherischen Öl; beide dämpfen im Versuch Entzündungsvorgänge. Deshalb ist Salbei eher das Mittel für ein nässendes, wundes Zahnfleisch und Kamille eher für ein gerötetes, brennendes.
Es ersetzt das Putzen nicht — ein blutendes Zahnfleisch kommt in aller Regel von Belag am Zahnfleischrand, und keine Spülung nimmt Belag weg. Salbei enthält Thujon; als Tee über Wochen getrunken ist das eine Frage der Menge, als Spülung, die man ausspuckt, nicht. In der Schwangerschaft wird Salbeitee trotzdem eher gemieden. Und Kamille kann bei einer Allergie gegen Korbblütler reizen.
Zahnfleisch, das ohne Anlass blutet, sich zurückzieht oder von einem lockeren Zahn begleitet wird. Ebenso Schwellung mit Fieber, ein Abszess oder ein Druckgefühl im Kiefer — das gehört in die Praxis, nicht in eine Tasse.
Zum Arzt oder Zahnarzt: Schwellung im Gesicht mit Fieber, Zahnschmerz mit Mühe beim Öffnen des Mundes, ein ausgeschlagener Zahn — das ist ein Notfall mit engem Zeitfenster. Am Auge: plötzliche Sehverschlechterung, starke Schmerzen, Lichtblitze. Wunde Stellen im Mund, die über drei Wochen bleiben.