Hausmittel · Alltag & unterwegs
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Zwei bis drei Tropfen Oliven- oder Mandelöl auf Körpertemperatur erwärmen — in der Hand, nicht auf dem Herd. Auf der Seite liegend ins Ohr geben, fünf Minuten liegen bleiben, dann ein Tuch unterlegen und aufstehen. Zwei- bis dreimal am Tag, drei bis fünf Tage lang. Danach spült sich der Pfropf meist von selbst heraus.
Ohrenschmalz besteht aus Talg, abgeschilferten Hornzellen und Sekret der Ohrenschmalzdrüsen — überwiegend Fett und Keratin, kaum Wasser. Genau deshalb löst Wasser es schlecht und Öl gut: Fett löst sich in Fett. Das Öl dringt zwischen die Hornschuppen, macht den Pfropf weich und gleitfähig, sodass ihn die Selbstreinigung des Gehörgangs nach aussen befördern kann. Diese Selbstreinigung läuft ohnehin — die Haut des Gehörgangs wandert langsam nach aussen und nimmt alles mit.
Nichts in den Gehörgang schieben. Ein Wattestäbchen nimmt vorn etwas weg und schiebt den Rest tiefer, wo er sich verkeilt — die häufigste Ursache eines Pfropfs ist der Versuch, ihn zu entfernen. Ohrkerzen erzeugen keinen Unterdruck; was danach in der Kerze steckt, ist Wachs aus der Kerze. Kein Öl bei einem Loch im Trommelfell, nach einer Ohroperation oder bei Paukenröhrchen.
Bei Schmerz, Ausfluss, Fieber, plötzlichem Hörverlust, Schwindel oder Ohrgeräusch, die neu dazukommen. Ein Pfropf, der nach einer Woche Öl nicht weicht, gehört ausgespült — das dauert in der Praxis wenige Minuten und ist besser, als weiter daran herumzuarbeiten.
Abklären: Hitze mit Verwirrtheit, trockener heisser Haut oder getrübtem Bewusstsein — das ist mehr als Erschöpfung. Ein einseitig geschwollenes Bein nach langer Reise. Und alles, was neu ist und nach ein paar Tagen nicht weggeht.