Hausmittel · Haut, Wunden & Stiche
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Wenn Honig, dann ausschliesslich medizinischer Wundhonig aus der Apotheke: dünn auf die gereinigte Wunde oder auf die Auflage, darüber ein Verband, Wechsel alle ein bis zwei Tage. Kleine, saubere Alltagswunden brauchen ihn nicht — dort genügen Reinigen, feucht halten und abdecken.
Drei Stoffe, drei Wege. Erstens der Zucker selbst: In hoher Konzentration zieht er Wasser aus Zellen, auch aus Bakterien — deshalb verdirbt Honig nicht. Zweitens Wasserstoffperoxid: Ein Enzym im Honig bildet es langsam und in kleinen Mengen, wenn Honig auf Wundflüssigkeit trifft. Drittens, im Manukahonig, Methylglyoxal, das unabhängig von diesem Enzym wirkt. Medizinischer Wundhonig wird zusätzlich bestrahlt und standardisiert — beim Honig aus dem Glas ist weder die Menge dieser Stoffe bekannt noch, welche Keime darin sind.
Der Grund für die Apotheke ist keine Förmlichkeit: Naturbelassener Honig kann Sporen enthalten, und in einer offenen Wunde ist das ein anderes Kapitel als im Tee. Aus demselben Grund gilt Honig im ersten Lebensjahr weder innerlich noch äusserlich. Er ersetzt keine Wundversorgung: Eine Wunde, die klafft, tief ist, stark blutet oder von einem schmutzigen Gegenstand stammt, wird versorgt und nicht bestrichen.
Wunde klafft oder ist tiefer als die Haut, Blutung, die nach zehn Minuten Druck nicht steht, Fremdkörper darin, Biss, rostiger oder schmutziger Gegenstand, zunehmende Rötung, Wärme, Eiter oder ein roter Streifen von der Wunde weg — und wenn der Tetanusschutz unklar ist.
Zum Arzt: Wunden, die klaffen, stark bluten oder tief sind, Bisswunden, Verbrennungen grösser als die eigene Handfläche oder mit Blasen im Gesicht und an Gelenken. Ebenso eine Rötung, die sich rasch ausbreitet, besonders mit Fieber. Und jedes Muttermal, das sich verändert.