Hausmittel · Haut, Wunden & Stiche
Kein Hausmittel hier ersetzt eine Behandlung, und keines wird schlechtgeredet. Was seit Generationen guttut, tut gut — auch wenn niemand es je gemessen hat. Wo etwas gut untersucht ist, steht es da. Wo es nur Erfahrung ist, steht auch das.
Nach jedem Händewaschen und vor jeder Nassarbeit eine fettreiche Salbe auftragen — abends dick und über Nacht mit Baumwollhandschuhen darüber. Bei Nassarbeit Handschuhe mit Baumwolle darunter, und nicht länger als zwanzig Minuten am Stück. Statt Seife eine rückfettende Waschlotion, und lauwarm statt heiss.
Die Barriere der Haut ist eine Mauer aus Zellen mit Fett dazwischen — Ceramide, Cholesterin, freie Fettsäuren. Seife und heisses Wasser lösen genau dieses Fett heraus; das ist ihr Zweck. Bleibt der Mörtel weg, verdunstet Wasser nach aussen und Reizstoffe kommen nach innen: Die Haut spannt, reisst ein und entzündet sich. Eine fettreiche Salbe legt eine Schicht darüber und bremst die Verdunstung; Harnstoff bindet zusätzlich Wasser in der Hornschicht und macht sie geschmeidiger. Deshalb wirkt Fetten hier mehr als jedes Waschen weniger schadet.
Harnstoff brennt auf eingerissener Haut — dort zuerst die reine Fettsalbe, Harnstoff erst, wenn die Risse zu sind. Desinfektionsmittel trocknen weniger aus als Seife und sind bei sauberen Händen die schonendere Wahl. Es ersetzt keine Behandlung: Ein Handekzem, das nässt, sich ausbreitet oder immer wieder an derselben Stelle kommt, hat eine Ursache — Nassarbeit, ein Kontaktstoff, eine Allergie —, und die findet man nicht mit Salbe.
Nässende oder eitrige Stellen, tiefe Risse, die bluten, eine Ausbreitung über die Hände hinaus, Bläschen an den Fingerseiten, oder ein Ekzem, das mit einem bestimmten Stoff bei der Arbeit auftritt.
Zum Arzt: Wunden, die klaffen, stark bluten oder tief sind, Bisswunden, Verbrennungen grösser als die eigene Handfläche oder mit Blasen im Gesicht und an Gelenken. Ebenso eine Rötung, die sich rasch ausbreitet, besonders mit Fieber. Und jedes Muttermal, das sich verändert.